Das Buch, das keiner lesen kann: Misha Shishkin über seinen postironischen Roman „Kit und Ratselya“

Misha Shishkin hat fünf Jahre lang an einem Buch geschrieben, das so unverständlich ist, dass es wohl niemand je ganz lesen wird. Im Interview erzählt er, worum es geht und warum er diese Zeit nicht als verschwendet ansieht.

Misha Shishkin ist 30 Jahre alt, wurde in Moskau geboren und wohnt jetzt mit seiner Frau in Hamburg. Wir haben uns vor ein paar Jahren während einer Mitfahrgelegenheit von Berlin nach Hamburg getroffen – ausgerechnet an dem Tag, an dem er endgültig nach Hamburg gezogen ist. Unterwegs hat er mir die Geschichte seines ersten Romans erzählt, den er gerade fertiggestellt hatte. Ich habe ihn später noch einmal getroffen und genauer nachgefragt. Dieses Interview ist eine gestraffte Form dieses Gesprächs.

WEIRD: Was hast du in den letzten fünf Jahren gemacht?

Misha Shishkin: Ich habe einen allegorischen, metamodernen Roman geschrieben, „Kit und Ratselya“. Das heißt, er hat wenig mit Realismus zu tun, ist eher eine Parabel.

Was passiert in deinem Roman?

Die ersten 200 Seiten passiert erst einmal nichts; es gibt keine Handlung, kein Drama, nur Beschreibungen. Eine Familie – ein Mann namens Kit, seine Frau Ratselya und zwei Töchter – wohnen in einem romantischen Nirgendwo, in einem idyllischen Paradies. Sie leben ganz abgeschieden ohne Nachbarn in einer Art Datscha, einem Schrebergartenhaus. Um ihr Haus herum gibt es einen Zaun, sie haben einen Garten mit Bäumen und hinter dem Zaun eine Schule, in die die beiden Töchter gehen, mehr nicht

Die ersten 200 Seiten sind nur Beschreibungen?

Ja. Während die Jahreszeiten vergehen, beschreibe ich ganz genau das friedliche Alltagsleben der Familie. Sie haben zum Beispiel einen Wochenplan für Brei: Montags bis Samstags essen sie zum Frühstück immer einen unterschiedlichen Brei; am Sonntag gibt es dann ein Überraschungsfrühstück. Und sie haben ein Drei-Tücher-System in der Küche: Ein Tuch ist für das Geschirr, das zweite ist für die Hände, das dritte ist für die Flächen. Nachdem das für die Flächen schmutzig ist, kommt es in den Wäschekorb und an seine Stelle tritt das Tuch, das für die Hände war. Und an den Platz des Tuches für die Hände kommt das Tuch für Geschirr. Ich habe für den ersten Teil viele Dinge aus alten sowjetischen Ratgeberwerken benutzt. Wenn du in der wirklichen Welt versuchst, diese Ratschläge nachzumachen, triffst du vielleicht auf unvorhersehbarer Schwierigkeiten. Aber bei meiner Familie im Roman funktioniert immer alles.

Das klingt jetzt nicht sehr spannend…

Die Ausführlichkeit, mit der das alles beschrieben wird, könnte für einen unvorbereiteten Leser irritierend erscheinen und langweilig. Man kann mein Buch vielleicht mit einem buddhistischen Kloster vergleichen. Man wird nicht gleich hereingelassen. Zuerst muss man sieben Tage vor den Türen sitzen, erst dann darfst du rein. Es ist, als ob es keine Zeit gäbe. Und dann fängt plötzlich die Zeit an…

Was passiert?

Plötzlich, an einem Sommertag – der Leser ist vielleicht schon vorbereitet darauf, dass das zweite Jahr wieder genauso ausführlich beschrieben wird – kommen drei Zauberer. Die Familie ist gerade beim Frühstücken, und die Zauberer essen zuerst den ganzen Brei auf. Dann wollen sie mehr, und es wird Mittagessen gebracht, das essen sie auch. Natürlich können sie nicht wirklich so viel essen. Nicht vergessen, es ist ein allegorischer Roman.

Kurze Zwischenfrage: Du hast fünf Jahre geschrieben, deine ‚Einleitung‘ in die Handlung ist 200 Seiten lang. Wie lang ist dein gesamter Roman?

300 Seiten.

300 Seiten?

Ja. 200 Seiten Beschreibung, 100 Seiten Handlung. Aber in der Beschreibung gibt es ja auch Handlung… Der Wechsel der Jahreszeiten z.B. ist ja auch Handlung…

Zurück zu den drei Zauberern…

Die sehen aus, wie Zauberer so aussehen: sie haben lange weiße Bärte und diese lustigen Hüte, die Zauberer normalerweise haben. Der eine ist blau, der andere ist grün, der andere ist gelb angezogen. Auf ihren Roben haben sie Sterne und Monde – und sie haben sehr lange Fingernägel, Krallen. Aber das sehen nur die Töchter – weil die Roben auch sehr lange Ärmel haben. Nachdem sie alles gegessen haben, was es gibt, und ein bisschen satt sind, sagen sie Kit, dem Mann, dass er jetzt einen Auftrag von ihnen hat: Sie geben ihm einen Zettel, auf dem die letzte Wahrheit, die wichtigste Weisheit steht – mit dem Gebot, dass er diesen Zettel niemals lesen darf. Er muss jetzt mit diesem Zettel in die Welt gehen und diese letzte Wahrheit suchen.

Was passiert denn, wenn er in den Zettel rein guckt?

Das darf er einfach nicht.

Und wenn er es tun würde?

Das ist nicht erklärt… Er darf das einfach nicht. Und da er das nicht darf, macht er das auch nicht. Weil er hörig ist. Vielleicht etwas Schlechtes… Sobald er denkt, dass er diese letzte Wahrheit erraten hat, muss er den Zettel jemandem zeigen und ihm seine Vermutung sagen. Der Andere muss dann bestätigen, ob das, was auf dem Zettel steht, mit dem Gesagten übereinstimmt. Aber: Mit jeder Person hat er nur eine Chance… Kennst du „Der blaue Vogel“ von Maurice Maeterlinck?

Nicht wirklich…

Bei Maeterlinck müssen die Kinder auch nach der Wahrheit suchen – in Form des blauen Vogels des Glücks. Sie gehen in die ganze Welt, aber finden ihn erst zuhause, wenn sie wieder zurückkommen, dort wartet er. Das ist natürlich Kits erster Gedanke: Zuhause ist mein Glück, da ist meine Familie, bald ist die Ernte, wir sind glücklich, ich kann jetzt nicht weggehen. Und er zeigt seiner Frau den Zettel, aber sie fällt gleich in Ohnmacht. Die Wahrheit hat nicht gestimmt.

Und Kit muss fortgehen…

Ja, und seine Frau und die beiden Töchter bleiben weinend zurück. So beginnt Kits philosophische Wanderung: Zuerst gerät er in einen Wald, in einen Sumpf. Dort findet er – unter einem Baum liegend – eine neue Wahrheit. Diese besagt, dass sein Körper und sein Gehirn der Natur gleich seien, dass er in Gänze aus kleinen ‚Lebchen‘, kleinen Teilen, bestünde, die alles zusammenhalten, und dass in ihm drin genauso ein Baum wachse wie der, der über ihm (er liegt ja im Sumpf) im Wind raschelt, und dass er Teil des Wurzelwerks um ihn herum sei.

Aber diese Weisheit stimmt auch nicht?

Nein, es ist zumindest nicht die letzte Wahrheit. Daraufhin geht er in eine große Stadt. In allegorischen Romanen ist die Stadt immer ein Symbol für die Menschheit, aber bei der Menschheit findet er die große Wahrheit auch nicht. In Schauder und Verzweiflung flieht er aus der Stadt, gräbt sich ins Laub ein und verwandelt sich in eine Art Tier, bis er zu einem Turm gerät, wo die Weisen wohnen. Nicht die drei Zauberer, das sind andere Weise: es gibt Junge, Alte, mit Bärten, mit Brille und ohne. Und sie schreiben alle Bücher und verarschen sich immer gegenseitig. Weil sie sich noch in diesem alten Bewusstsein befinden und der Ironie und der Witze noch nicht müde sind.

Die letzte Bastion der Postmoderne sozusagen…

Ja. Sie halten ihn zuerst für einen wilden Eber aus dem Walde, aber bald bringen ihn wieder in Ordnung, schneiden ihm die Haare, die Nägel. Sie zeigen ihm sogar auf einem holländischen Kachelofen verschiedene idyllische Szenen. Da sieht er plötzlich auch ein kleines Haus, und sie sagen ihm: ‚Das war dein Haus, in dem du gewohnt hast. Du hast auf einer Kachel gewohnt.‘ Und dann lacht er gemeinsam mit ihnen.

Und der Zettel?

Sie wollen seinen Zettel gar nicht lesen und sagen, die Wahrheit bestünde darin, dass es gar keine Wahrheit gibt. Das glaubt er zuerst, bleibt mit ihnen dort, vergisst seine Familie und wird selbst so ein selbstsicherer Weiser. Und dann sitzen sie dort gemeinsam auf diesem Schloss und lachen über die Menschheit.

Aber so endet die Geschichte doch sicher nicht?

Nein. Am Ende lesen sie doch diesen Zettel, und fallen alle in Ohnmacht, weil ihre Wahrheit eben doch auch nicht die richtige war. Und es kommt raus, dass ihre Bärte nur an Schnüren saßen. Für mich ist es ganz wichtig, diese Denkweise, diese Ironie der Postmoderne mit einer neuen Naivität und Ernsthaftigkeit zu überwinden. Meine ersten 200 Seiten Beschreibung, das ist absolut anti-ironisch. Der Leser wartet auf diese Ironie und weiß nicht: Ist das jetzt ernst gemeint oder nicht? Aber du kannst es nicht unterscheiden, das ist eben das Metamoderne daran: Ironie und Ernsthaftigkeit sind untrennbar zusammengefügt, da spricht man schon von der Postironie.

Und wohin gelangt Kit dann?

Noch verzweifelter als vorher verlässt er das Schloss der Pseudoweisen und geht immer weiter, bis er an einen Abgrund kommt, an einen Ozean, an ein ewiges Nichts. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als hinein zu springen, aber trotzdem ist die Geschichte hier noch nicht zuende.

Was geschieht mit dem Rest der Familie?

Zuhause sind Ratselya und ihre Töchter traurig, weil der Vater fehlt. Sie versuchen nachzumachen, wie es früher war, aber es klappt nicht. Daraufhin entscheiden die Töchter, dass sie ihn suchen gehen und verlassen heimlich das Haus, hinterlassen bloß einen Zettel. Und natürlich finden sie ihn nicht, sondern erleben auch Abenteuer eigener Art. Im Wald geraten sie in ein Fest von Waldbewohnern, werden von den Feen und Wichteln eingeladen und verwandeln sich für kurze Zeit auch in solche Wesen. Dann geraten sie an eine Oma und werden von einem Holzfäller und seiner Frau adoptiert, vergessen irgendwann ihr zuhause und werden groß.

Und Ratselya folgt den Dreien auch irgendwann?

Ratselya leibt zuhause und versucht, den Haushalt alleine zu machen, aber es funktioniert immer schlechter und schlechter. Und dann kommen die Heiligen der Erde – die habe ich mir ausgedacht – zu ihr, weil sie ja den Zettel mit der Wahrheit gelesen hat und jetzt selbst eine wirkliche Weise ist. Die wollen sie in ihren Reigen aufnehmen, aber sie will das nicht. Sie will nur, dass ihr Mann und ihre Töchter zurückkommen, verlässt das Haus nicht und hat eine Reihe psychedelische Abenteuer zuhause…

Psychedelische Abenteuer?

Ich kann eins ihrer Abenteuer beschreiben: Aus allen ihren Muttermalen schießen plötzlich Lichtstrahlen heraus, die sie berühren kann. In diesen Strahlen sieht sie verschiedene Visionen, geht so durch die Visionen und sucht ihren Mann und ihre Kinder. Irgendwann verfällt und verwächst das alte Haus, Ratselya fällt in ihr Gartenbächlein und wird zu Wasser. Jetzt kann sie endlich ihre Lieben von überall sehen – aus jeder Tasse.

Kommt die Familie denn wieder zusammen?

Nur soviel: Sie kommen zusammen, aber es gibt zwei Enden, eins zum Trösten, um dankbar zu weinen, und eins das wirkliche, in dem die Wahrheit vom Zettel auch endlich offenbart wird, das den Leser/die Leserin vor Schreck erschaudern lässt.

Coverentwurf für Misha Shishkins Roman „Kit und Ratselya“
Coverentwurf für Misha Shishkins Roman „Kit und Ratselya“

Gemein, wir werden die Geschichte im Deutschen wohl nie lesen…

Meiner Meinung nach ist sie nicht wirklich übersetzbar. Gut, alles ist möglich, sogar „Finnegans Wake“ von James Joyce wurde ins Deutsche übersetzt. Man kann die Handlung natürlich übersetzen. Aber selbst, wenn man es ins normale Russische übersetzen würde, ginge dabei viel verloren…

Ins normale Russische? Ich dachte, du hättest den Roman auf Russisch geschrieben?

Am Anfang. Dann kommen plötzlich anscheinende orthografische Fehler oder komische Wörter dazu, die Sprache verwandelt sich in eine Art Dialekt… Ich erfinde dann quasi eine eigene Sprache – die natürlich ans Russische angelehnt ist. Es ist eine naive Schreibweise. Stell dir vor, wir lesen ein Stück aus dem Mittelalter. Wir wissen, dass dieser Schriftsteller aus dem Mittelalter ganz anders gedacht hat als wir. Er hebt hervor, was ihm wichtig erscheint, uns aber vielleicht gar nicht mehr. Wir können versuchen, seine Denkweise nachzuvollziehen, aber sie liegt für uns schon zu weit weg in der Vergangenheit, um sie wirklich zu verstehen. Wie ich schreibe, kann ein ähnlicher Effekt entstehen. Der Leser versteht nicht, warum der Autor eben diese Einzelheiten hervorhebt und jene nicht. Ich schreibe nicht aus der Sicht unserer Zeit. 

Du schreibst also wie jemand aus dem Russland vor 200 Jahren?

Das auch nicht. Ich benutze alte, russische Wörter aus dem 18. Jahrhundert, die es alle gab, aber vielleicht nicht in den Kombinationen, in denen ich sie benutze. Ich spiele viel mit Syntax und Semantik. Ich vermische die Wörter so, dass sie einen eigenen Dialekt ergeben. Aber das ist eben keine Stilisierung, ich schreibe nicht so, als wäre ich jemand aus dem 18. Jahrhundert, sondern aus einer Denkweise heraus, die es noch nicht gibt.

Kann das denn dann überhaupt jemand lesen?

Mein Bruder zum Beispiel ist halb Schweizer. Er spricht auch Russisch, aber nicht wie ein Muttersprachler. Er hat das gelesen und meinte, dass es für ihn nicht so schwierig war. Ich weiß natürlich nicht, was er alles verstanden hat, aber die wichtigsten Dinge wohl schon.

Wie viele Leute haben dein Buch denn schon gelesen?

Ein paar Bekannte… Viele haben dann zu lesen angefangen und mir gleich am Anfang ein paar orthografische Fehler gemeldet. Aber das sind ja keine Fehler, sondern alte oder skurrile Schreibweisen. Und dann haben sie sich nicht mehr gemeldet… Meine Oma hat es auch schon gelesen. Sie ist sehr alt und kann sehr schlecht sehen, deswegen habe ich es für sie groß drucken lassen. Jeden Abend hat sie sich hingesetzt und zehn Seiten gelesen. Ihr hat sehr gut gefallen, wie schön und idyllisch die Familie lebt. Sie hat mir gesagt: Das ist für mich wie eine Beruhigungspille.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich lese viel. Mit 17 habe ich angefangen, mich mit Büchern zu beschäftigen, weil ich ein Mädchen getroffen habe, das mir Gedichte vorgelesen hat. Weil ich nicht immer alle Verweise und Anspielungen verstanden habe, habe ich mir gedacht: Ich muss vom Anfang an anfangen, bei den alten Griechen, die können nur auf sich selbst verweisen. Dann habe ich mich mit den alten Römern beschäftigt und konnte deren Anspielungen auf die alten Griechen verstehen. Und so ging es weiter: Bibel, Mittelalter. Die Musik kam dazu, die Kunst, die ganze Kulturgeschichte. In zehn Jahren bin ich erst am Anfang der 1830er angelangt. Aber es ist eine schöne Gewohnheit; ich lese so ungefähr 100 Seiten pro Tag.

Dann stecken in deinem Buch unendlich viele Anspielungen auf alles, was du gelesen hast?

Nein, gerade nicht. Das wäre dann für mich ja nicht mehr metamodern, sondern postmodern. In postmoderner Kunst und Literatur gibt es gerade sehr viele Anspielungen auf sehr viele Arten – für mich ist das oft seelenlos, geistlos, kalt, nicht herzlich, nicht menschlich. Das, was früher – in den 1970er bis 1990er Jahren – Domäne der intellektuellen Kultur war, ist 2020 längst schlechter Geschmack, gehört in die Massenkultur, in die Serien, in American Dad. Unsere heutige Massenkultur ist von Ironie und Anspielungen durchdrungen. Ein gutes Beispiel wären die Simpsons – wenn man die Folgen aus den 90er mit denen von heute vergleicht: Wie menschlich und weise waren sie damals – wie mitleidlos und kalt sind sie jetzt geworden…

Was ist beim Metamodernismus anders? 

Beim Metamodernismus geht es zum großen Teil um eine neue Aufrichtigkeit, eine neue Einfachheit, eine neue Sentimentalität. Ich würde das schon als romantisch beschreiben. Gefühle werden nicht verneint, sind wieder wichtig, und es wird sich nicht mehr lustig gemacht. Es ist wieder warm. Darum gibt es in meinem Buch auch keine direkte Anspielung auf etwas, aber alles wirkt wie eine. Es ist ein Spiel mit dem Leser – und in diesem Spiel verliert er immer. Nicht, weil ich mich über ihn lustig machen will, sondern weil er geschult ist, Verweise zu suchen. Ich nenne zum Beispiel den Haupthelden Kit. Kit heißt im Russischen ‚Wal‘ – ein Tier, das im Meer lebt. Aber das bedeutet gar nichts, der heißt einfach so.

Suchst du eigentlich einen Verlag für dein Buch?

Ich hab das Buch an verschiedene Verlage nach Russland geschickt, aber keine Antwort bekommen. Es ist aber auch verständlich, weil das der Stoff nicht zu verkaufen ist. Es wirkt vielleicht skurril, wie ich das beschreibe, aber es ist ein ernsthaft gemeintes, philosophisches Werk, für das ich mich sehr freue. Ich kann in jeder Lebenssituation sagen: Ich habe ein schönes Buch geschrieben.

Es bliebe noch, das Buch im Selbstverlag herauszubringen…

Ach, Selbstverlegen ist… der Tod für ein Buch. Wenn du ins Internet gehst, gibt es so viele Bücher, so eine Buchüberflut. Vielleicht ist es einfach die richtige Zeit, an Eichendorff zu denken. Als er alt wurde, hat er seine Gedichte nicht mehr veröffentlicht, sondern sie einfach im Wald gelesen und gesagt: Ich schreibe das für die Vögel. Das könnte ich vielleicht auch behaupten: Ich schreibe für die Vögel. Menschen sind schon gut genug ausgestattet mit Literatur.

Neugierig geworden? Wer das Buch von Misha Shishkin auf Russisch lesen möchte, kann sich bei ihm hier auf Facebook melden.

Weitere Beiträge
Kapsel Magazin "In den Wolken" Xia Jia
Auf der Suche nach Utopien aus China: Ein Gespräch mit „Kapsel“-Herausgeber Lukas Dubro